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Salzburger Pferde – Freizeitfreund, Arbeitgeber und Seelentröster

SALZBURG (Österreich). Bei einer Pressekonferenz informierten Landwirtschaftskammer und Pferdezuchtverbände am 25. November darüber, wie wertvoll Pferde nicht nur für den Sport, sondern auch in wirtschaftlicher, touristischer und sozialer Hinsicht sind.

 

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Kammerpräsident Franz Eßl und Norikerzüchter Johann Moßhammer sehen in der Salzburger Pferdezucht eine lange Tradition und als richtigen Ort dafür die Bauernhöfe. (Foto: Grabler)

 

Es gibt wohl kaum einen Menschen, der Pferde nicht mag. Der eine oder andere begegnet den anmutigen und prächtigen Tieren vielleicht etwas ängstlich. Aber die Zahl, derer, die mit Pferden Freude und Wohlgefühl verbinden liegt, zumindest in Österreich bei 90 Prozent.  Das verriet Johann Wieser vom Salzburger Landespferdezuchtverband bei der Pressekonferenz mit dem Thema: Das Pferd gehört auf den Bauernhof.  Um so schöner ist es, dass die dem Menschen so wohlgesonnenen Vierbeiner in vielen Bereichen erneut Einzug halten. Sei es im Freizeit- und Breitensport, im Tourismus, als bäuerlicher Nebenerwerb, dem Gesundheitswesen und nicht zuletzt in der naturnahen Forst- und Landwirtschaft.

Vom ehemaligen Luxusartikel zum leistbaren Freizeitfreund
Nachdem ihr Bestand in Salzburg von 40.000 im Jahr 1950 in den 80er Jahren auf knapp 3.000 schrumpfte, sind es heute wieder rund 10.000 Tiere, die in Salzburg auf jedem vierten Bauernhof leben. In ganz Österreich schätzt man ihre Zahl auf 120.000 bis 130.000. Die Zahl der Pferdefreunde steigt. “Galt der Besitz eines Pferdes noch vor ein paar Jahren als Statussymbol einer elitären Oberschicht, sind Freizeitpferde heute leistbar geworden”, so Wieser.

Die Pferdeheimat ist der Bauernhof
Gezüchtet werden die Rösser vorrangig auf den Bauernhöfen und genau da gehören sie laut einstimmiger Meinung von Landwirtschaftskammer und Pferdezuchtverbänden auch hin. Für viele Bauern ist das Pferd in den vergangenen Jahren zur Alternativeneinnahmequelle geworden. Weg von der Milch hin zum Einstellbetrieb für Reiter und als Zuchtbetrieb “Wir sind schon in der 15ten Generation Norika-Züchter aus Leidenschaft”, erzählt Johannes Moßhammer. Der besondere Charakter und das Wesen der kraftvollen Kaltblüter haben es ihm angetan. “Der Noriker ist der Mercedes unter den Kaltblutrassen”, schwärmt der Züchter und Gastwirt, dessen Vorfahren bereits 1654 die erzbischöflichen Pferde während der Sommerfrische auf dem Plainberg betreute.

 

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Johann Wieser mit seinem Deckhengst Kristall Diamand XV. Auf der Hengststation am Planberg werden die besondere Mohrenkopfzucht ausschließlich auf natürlichem Wege mittels Natursprung betrieben. (Foto: Molih)

Noriker, Haflinger, österreichisches Warmblut
Hautpsächlich Noriker, Haflinger und österreichisches Warmblut wird in Salzburg gezüchtet. Und diese Pferde sichern inzwischen 1.700 Arbeitsplätze. Viele Bauern haben sich Reitpädagoge ein zweites Standbein geschaffen. Beim Urlaub auf dem Bauernhof und im Brauchtum bei traditionellen Veranstaltungen wie Leonhardi- und Georgiritt und Schnalzerveranstaltungen sind Wallach, Stute und Hengst nicht mehr wegzudenken. Und was wäre die Salzburger Altstadt ohne ihre Fiakergespanne?

Von Österreichern und Ostfriesen
Aber die Salzburger Pferde kommen auch über die Landesgrenzen hinaus zum Einsatz. Einen fixen Arbeitsplatz finden sie zum Beispiel auf der ostfriesischen Nordseeinsel Juist. Die Insel ist nahezu autofrei und Transporte werden mit einer Pferdestärke bewältigt. Nur Feuerwehr, Ärzte und das Rote Kreuz dürfen mit dem Auto fahren. Karrierechancen hat man hier eher als Gespann- denn als Lkw-Fahrer. Noriker aus der Salzburger Zucht werden besonders gerne eingesetzt. So ziehen für ein geplantes Hotelprojekt und dessen vierbeinigen Fuhrpark gleich zwanzig Noriker von den Salzburger Almen ans norddeutsche Wattenmeer.

 

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Die Taxis auf der Nordsee-Insel Juist haben nur ein PS. Der Fuhrmannshof Kannegieter ist in Transportsachen mit dem Mercedes unter den Kaltblütern, den Norikern, unterwegs. (Foto: Kannegieter)

 

 

 

Glückliche Pferde – glückliche Menschen
Pferde helfen uns mit ihrer Kraft in der Land- und Frostwirtschaft. Sie ersetzen mancherorts das Auto, helfen Ressourcen sparen und tragen zur Klimaverbesserung bei. Sie verschönern mit ihrer menschenbezogenen Art unsere Freizeit und führen uns mit ihrer Leistungsbereitschaft zu sportlichen Erfolgen. Ihre soziale Kompetenz macht aus Ihnen perfekte Therapeuten für verhaltensauffällige oder körperlich und geistig beeinträchtigte Kinder. Kurzum sie sind eine Bereicherung für unser Leben und sind es allemal wert, wieder mehr ins Licht der Öffentlichkeit gebracht zu werden. Bleibt zu hoffen, dass auch der respektvolle Umgang und die artgerechte Haltung sich weiterhin in den Köpfen der Menschen durchsetzen. Dass es diesen Trend gibt, beweist der Erfolg, den die sogenannten Pferdeflüsterer a la Monti Roberts und Pat Parelli mit ihren Seminaren, Büchern und Videos genießen dürfen.

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