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Von Hollywood nach Grödig

GRÖDIG. “Zeichnen kann jeder, solange er das zeichnet, was er wirklich sieht” lautet das Credo des Kunstprofessors Franz Wolf aus Grödig. Der Gründer und Mentor der Grödiger Künstlerkolonie konnte bei seinem Aktzeichenkurs in der vergangenen Woche nicht nur langjährige Maljünger in der hohen Kunst des Zeichnens fördern, sondern diesmal auch einen ganz besonderen Schüler begrüßen. Kein Geringerer als Hollywood-Filmmusik-Legende Harold Faltermeyer ließ sich von Franz Wolf zeigen, wie man das Malerhandwerk von der Pieke auf lernt und den menschlichen Körper exakt mit dem Grafitstift wiedergibt.

Kunstprofessor Franz Wolf brachte Hollywood-Star Harold Faltermeyer an seine Grenzen und darüber hinaus (Foto: Molih)

Kunstprofessor Franz Wolf brachte Hollywood-Star Harold Faltermeyer an seine Grenzen und darüber hinaus (Fotos: Molih)

“Eigentlich dachte ich, das krieg ich locker hin”, verrät der Musiker mit den vielen Hobbies und Talenten. “Aber in den vergangenen vier Tagen habe ich erfahren, dass Zeichnen nicht nur was mit Talent und Willenskraft, sondern vielmehr mit Wissen und wahrem Handwerk zu tun hat.” Den Kurs beim Professor hat Faltermeyer quasi vom Weihnachtsmann bekommen. “Ich wollte ihn ganz einfach mal an seine Grenzen bringen”, erzählt Birgit Wolff, die Lebensgefährtin von Faltermeyer, die ihrem Harold die Teilnahme an dem Intensivseminar unter den Christbaum gelegt hatte. Kennen und Schätzen gelernt hatte Birgit Wolff ihren fast Namensvetter Franz Wolf im Zuge der Aktion “Kunstadventskalender“. Als Initiatorin dieses Charityprojektes bringt sie seit einigen Jahren bildende und darstellende Künstler zusammen, die dann für einen guten Zweck ein Kunstwerk schaffen.

Ähnlichkeiten mit berühmten Grand-Prix Persönlichkeiten waren beim ersten lebensgroßen Aktbild von Harold Faltermeyer rein zufällig.

Ähnlichkeiten mit Song Contest Persönlichkeiten auf Faltermeyers erstem  lebensgroßen Aktbild sind rein zufällig.

Aktzeichnen – die Königsdisziplin
Die  Zeichenkünste des Musikers beeindruckten nach vier intensiven Tagen durchwegs. “Beim Aktzeichnen geht es nicht ums Schönzeichnen, sondern um das richtige Sehen und darum, das Gesehene korrekt zu Papier zu bringen”, erläutert Wolf die entstandenen, zum Teil lebensgroßen Aktzeichnungen, die den Kursraum füllen. So kommt es auch, dass eine davon mehr der österreichischen Eurovision Song Contest Siegerin ähnelte, als dem jeweils im 45 -Minuten-Takt stillsitzenden Modell in der Mitte des Raumes.

Vier sowohl intensive, effiziente Lerntage als auch kommunikative und harmonische Stunden erlebten die Teilnehmer des Aktzeichenkurses.

Effiziente Lerntage und fröhliche Stunden erlebten die Teilnehmer beim Aktzeichenkurs.

Zu den Zeichenkursen des in Vorarlberg geborenen und in Tirol aufgewachsenen Künstlers kommen die Kunstschüler nicht nur aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, sondern reisen teilweise sogar aus Finnland oder China an. “Beim Aktzeichnen wird das proportionale Zeichnen geschult. Das ist das Wichtigste in der ganzen Kunst”, erklärt Franz Wolf. “Man muss abstrakt in eine Figur hineinschauen, Zwischenräume erkennen und das Gesehene auf die Staffelei übertragen. Und zwar, ohne darüber nachzudenken, wie lang eine Wade wirklich ist. Man darf nicht zeichnen, was man weiß. Man muss zeichnen, was das Auge sieht.” Auch sei diese Königsdisziplin die ultimative Konzentrationsübung für jeden Maler. Habe man das Verständnis für Länge und Breite eines Körpers in all seinen Details entwickelt, machen Landschaften, Stillleben oder andere Motive keine Schwierigkeiten mehr.

Zum Lernen ist es nie zu spät
“Malen ist mehr, als ein Blatt Papier zu befüllen”, bestätigt auch Disgard Juriga. Seit 2005 besucht sie die Seminare des Kunstprofessors. “Für mich ist jedes Bild auch eine Art Therapie, in dem ich viele Dinge, die mich beschäftigen zum Ausdruck bringen und verarbeiten kann.”

Ihre Leidenschaft zum Malen entdeckte Disgard Juriga bei den Kursen von Franz Wolf.

Ihre Leidenschaft zum Malen entdeckte Disgard Juriga bei den Kursen von Franz Wolf.

Und die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen. Seit ihrer Schulzeit, und diese liegt nun doch schon einige Zeit zurück,  hat die Pensionistin nicht mehr gemalt. Durch die Grundlagenkurse bei Franz Wolf und natürlich auch stetiges Üben erschafft sie inzwischen Gemälde, die weit weg sind von dem, was man als Hobbymalerei bezeichnen würde.  Ergo, es ist nie zu spät, etwas Neues zu erlernen und damit auch gute Erfolge zu erzielen. Es kommt nur auch auf den richtigen Lehrer an.

Künstler unter sich :-)

Diese Erfahrung hat nun auch der Musiker Herold Faltermeyer gemacht. Nun steht für ihn wohl erst einmal wieder musikalisches Schaffen im Vordergrund. Er schreibe gerade an einem Hollywood-Musical und arbeite an einem Remix-Projekt mit seinen bekannten Songs, verriet er. Doch sein Fazit nach dem viertägigen Intensivkurs und überreichtem Zertifikat war eindeutig: “Ich komme auf jeden Fall wieder.” oder frei übersetzt in die Sprache einer anderen bekannten Hollywoodgröße: “I’ll be back” … :-)

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Wer mehr über Franz Wolf, seine Werke und die Kunstseminare erfahren möchte findet alle Informationen unter www.franzwolf.at

und entsprechende musikalische Untermalung gibt es hier:

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