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Der Traum vom Schreiben

Ein Interview mit Manfred Kasper

OBERTRUM (Österreich). Manfred Kasper ist Zeitungsmacher, Ideengeber in der Werbebranche und seit neuestem auch Buchautor. Seit 2007 lebt der gebürtige Vorarlberger in Obertrum und hat das Salzburger Seenland zu seiner zweiten Heimat erkoren. In diesem Jahr kam sein erster Flachgau-Krimi “Soko Déjà-vu” auf den Buchmarkt. In einem Interview hat er uns erzählt, wie er es trotz eines arbeitsreichen Alltags geschafft hat, den Traum vom eigenen Buch wahr werden zu lassen und wie aus einem Beruf letztendlich eine Berufung wurde.

Manfred Kasper im Gespräch mit Martina Molih (Foto: Red.)

Manfred Kasper im Gespräch mit Martina Molih (Foto: Red.)

Redaktion: Man kennt Dich als fleißigen Unternehmer, stets im Einsatz, mit übervollem Terminkalender und ohne Wochenende. Seit dem Du Dich auch als Schriftsteller betätigst, wirkst Du viel entspannter und zufriedener. Woran liegt das?
Manfred Kasper: “Ich denke mal, dass es mehr daran liegt, dass es inzwischen eben keinen so vollen Terminkalender und durchaus freie, entspannte Wochenenden gibt. Das bringt viel für die Zufriedenheit und mehr Lebensqualität. Natürlich trägt auch meine Schreiberei dazu bei. Vor allem deshalb, weil ich es endlich tun kann, weil ich endlich Zeit dafür habe.”

War es schon immer Dein Wunsch, Bücher zu schreiben und wie lange hat es gedauert, bis sich dieser Wunsch für Dich erfüllt hat?
Manfred Kasper: “Also ja, die Idee, der Wunsch, irgendwann einmal ein Buch zu schreiben ist bestimmt schon seit zwanzig Jahren in meinem Kopf. Mit wechselnder Intensität, versteht sich. Aber machen wollte ich das in jedem Fall. Irgendwann, wenn mal etwas Zeit dafür bleibt. Dass ich nun doch noch vor der Pension Zeit dafür fand, ist einfach super.”

Du hast es neben all den Alltagsverpflichtungen geschafft. Viele Menschen sind heutzutage hauptsächlich mit Job, Familie und Existenzsicherung beschäftigt und vergessen häufig, sich auch um die Verwirklichung ihrer Träume zu kümmern. Hast Du einen Tipp, wie man es trotzdem schafft, seine Wünsche zu realisieren?
Manfred Kasper: “Es ist also wohl vor allem eine Frage der Zeit, die man dafür aufbringen kann oder die man sich einfach herausnimmt. Für manche Projekte muss die Zeit auch reifen. Bei mir war es jedenfalls so, dass ich mich erst als es etwas ruhiger wurde in meinem Leben, an die Realisierung meines Traumes herangewagt habe.

Ich denke aber, dass jeder auch bei wenig Freizeit, die Chance hat, an der Realisierung seiner Träume zu „arbeiten“. Es müssen nur einfach grundsätzlich machbare Träume sein. Für einen Lotto-Sechser wird die Freizeit nichts bringen. Für den Traum, irgendwann einmal quer übers Mittelmeer zu segeln jedoch sehr wohl. Da kann man sich in der freien Zeit darauf vorbereiten, einen Segelkurs machen, die Route planen, und, und, und …

Wenn einem eine Sache wichtig ist, bekommt sie auch automatisch im Terminkalender einen Platz.

Wie bist Du überhaupt zum Schreiben gekommen?
Manfred Kasper: „Eigentlich schreibe ich ja schon seit vielen, vielen Jahr. Werbetexte, Reportagen und Ähnliches ist schon seit langem mein „täglich Brot“. Ein Buch zu schreiben ist natürlich ganz was anderes. Weshalb ich mir ja auch nicht wirklich vorstellen konnte, dass ich das hinbekomme. Vor allem eine eigene, interessante Geschichte zu finden, hielt ich für sehr schwierig. Ebenso daraus eine durchgängige, lesbare und spannende Story zu formen. Eigentlich dachte ich ja, wenn überhaupt, kann ich eine Biografie schreiben. Ein interessanter Mensch erzählt mir seine Lebensgeschichte und ich bringe diese dann aufs Papier. Das war eigentlich mein Ansinnen.“

Wann ist die Idee „Déjà-vu“ entstanden?
Manfred Kasper: „Die Grundidee mit den Kerninhalten der Story ist mir im Sommerurlaub 2011 eingefallen. Ich hatte gerade ein Buch einer recht bekannten Autorin gelesen von dem ich nicht mehr so angetan war, wie es bei früheren Titeln der Fall war. Da noch einige Tage Urlaub bevor standen, beschloss ich, jetzt doch endlich einen Versuch mit dem ersten eigenen Buch zu starten. Daraus entwickelte sich dann recht zügig der Leitfaden zu meinem ersten Buch. Und bis zur Abreise waren die ersten Seiten bereits verfasst.“

Haben persönliche Erlebnisse Einfluss auf die Charaktere und Situationen in Déjà-vu?
Manfred Kasper. „Nein, überhaupt nicht. Zumindest kann ich mich nicht bewusst daran erinnern. Im Grunde möchte ich meine Geschichten definitiv frei erfinden.“

Wo nimmst Du Ideen und Inspirationen für Deine Kriminalgeschichten her?
Manfred Kasper: „Zunächst mal müssen wir vielleicht festhalten, dass es bisher erst eine Geschichte von mir gibt, das als Buch den Weg zu einem breiteren Publikum gefunden hat. Aber das zweite Buch ist bereits im Werden. So gesehen können wir eh in der Mehrzahl sprechen. Wo die Ideen dazu herkommen? In etwa so, wie die Ideen zu einer guten Werbeanzeige, für einen guten Slogan oder eine gute Promotion einem in den Kopf schießen. Ein bisschen nachdenken, ein bisschen kreativ sein… und der Rest ergibt sich dann schon.“

Band zwei also. Das heißt, es gibt bald wieder spannenden Lesestoff aus dem Flachgau?
Manfred Kasper: „Ja, ja, durchaus. Inspektor Naderers zweiter Fall ist schon sehr weit fortgeschritten. Ich denke, dass ich während der ruhigen Weihnachtszeit die letzten Seiten verfassen werde. Wenn alles klappt, sollte Ende Mai nächsten Jahres der zweite Fall in den Buchhandel kommen.“

Kannst Du denn schon anklingen lassen, worum es im zweiten Fall gehen wird?
Manfred Kasper: „Wenn ich damit etwas neugierig machen kann, gerne.
Alles beginnt mit der Entführung einer Industriellentochter über die die Polizei viel zu spät informiert wird. Dass sich die Sache nach und nach zu einer schrecklichen Familientragödie entwickelt, stellt Naderer und sein Team vor schier unlösbare Probleme und unbeantwortete Fragen. So auch die Tatsache, dass der Fall mehr und mehr zum Wirtschaftskrimi mutiert.“

Wo schreibst Du am liebsten und wie sieht es dort aus? Wie wichtig ist für Dich das Drumherum?
Manfred Kasper: „Ehrlich gesagt, kann ich fast überall schreiben. Das ist eher eine Frage der Tagesverfassung. Manchmal brauch‘ ich mein Schreibzimmer zuhause, manchmal sitz ich am liebsten in einem Café, ein andermal brauch‘ ich die Ruhe eines Hotelzimmers… wie gesagt, es geht fast überall.“

Gibt es ein besonders schönes Erlebnis das Du als Autor hattest?
Manfred Kasper: „Zu wirklich schönen Erlebnissen gestalteten sich eigentlich alle Lesungen, die ich bisher abhalten durfte. Es ist zum Einen eine völlig neue, interessante Erfahrung für mich. Zum Anderen ist es faszinierend, wie die Zuhörer bei der Sache sind. Da wird richtig hingehört und nachher auch zu der einen oder anderen Passage nachgefragt. Ich finde‘ es toll, dass die Lesungen so gut ankommen.“

Wie hat sich Dein Leben seither verändert?
Manfred Kasper: „Im Grunde gar nicht. Bis auf den Umstand, dass es in meinem Leben jetzt halt noch eine Freizeitbeschäftigung mehr gibt. Langweilig war mir schon vorher niemals. Aber inzwischen ist das Schreiben so ziemlich mein liebstes Hobby.“

Wo siehst du Dich in 5 Jahren, als Zeitungsmacher, als Autor und als Mensch?
Manfred Kasper: „Als Zeitungsmacher gerne nach wie vor als ‚mitten:drin‘-Herausgeber. Als Autor vielleicht schon einen kleinen Schritt weiter und mit Naderer Fall Nr. 5 befasst. Als Mensch vor allem gerne als stolzer Opa von ein, zwei süßen Enkeln.“

 

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