OBERNDROF (Österreich). In der Sandlerballade „Die geputzten Schuhe“ von Günter Seidl zeigt die Theatergruppe Oberndorf unter der Regie von Josef Lipp ein Bild über obdachlose Mitmenschen, das gerade in Zeiten von Bettelverboten zum Nachdenken anregt.
Emmi, der Tschinkerl und der Doktor, alles tragischen Sandler und Branntweiner des Theaterstückes, zeigen uns, dass so manches traurige Schicksal der Grund für eine Außenseiterexistenz ist und auch wir nicht davor gefeit sind. Komik und Tragik wechseln sich in diesem Stück des Wieners Günter Seidl ab und man erhascht einen Blick auf die verwundbaren Seelen hinter den Lumpen und der Alkoholfahne.
Ein gelungenes, beeindruckend gut gespieltes, sehr kurzweiliges Theater, das zum Nachdenken und zu Mitgefühl anregt und zu Dankbarkeit für unser geordnetes, behütetes Leben aufkommen lässt.
Die Mitglieder des Ensembles – allesamt Laien – sind mit Leib, Seele und Sprache beim Spiel. Das Problem der im Stück sehr häufig vorkommenden Szenenwechsel wurden auf der kleinen Bühne auf sehenswerte Weise und mit Augenzwinkern gelöst.
Drei Mal hat man noch Gelegenheit, sich das Stück in der Main Bar in Oberndorf anzusehen: am Freitag, dem 19. Oktober um 20 Uhr, am Samstag, dem 20. Oktober um 20 Uhr und am Sonntag, dem 21. Oktober um 15 Uhr. Karten gibt es unter: 0681/8170-5252.





