Mehr Selbständigkeit und Bewegungsfreiheit für beeinträchtigte Menschen bietet das umgebaute Caritas-Dorf in St. Anton seinen Bewohnern.
St. Anton (Bruck) / Austria. Trotz Beeinträchigung können die Bewohner des Caritas Dorfes St. Anton inmitten der Hohen Tauern ein weitgehend selbständiges Leben führen. 70 Kinder, Jugendilche und Erwachsene arbeiten und leben hier in gemeinsamen Wohngruppen. Seit Juni 2011 wurde das Dorf zur Barrierefreiheit umgebaut und an die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen angepasst. Am Freitag, 4. Oktober konnten die optimierten Wohnhäusern „Vinzenz“ und “ Georg“ eröffnet werden.

Caritas Direktor Johannes Dines, Landesrat Hans Mayr, Leiterin Melanie Gaßner und Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn. Foto: Neumayr
Ein selbstbestimmtes Leben trotz Einschränkungen
„Das Dorf St. Anton ist einzigartig und bietet Wohn- und Arbeitsplätze zum Wohlfühlen“, erklärte Bau- und Wohnbaureferent Landesrat Hans Mayer bei der Eröffnung. „Jedem Bewohner und jeder Bewohnerin steht ein eigenes Zimmer zur Verfügung, das individuell gestaltet und eingerichtet werden kann.“ Der Um- und Neubau kostete rund 1,5 Millionen Euro, 240.000 Euro davon wurden durch Spenden finanziert.
Eine neue Aufzugsanlage wurde errichtet und über einen Verbindungstrakt können sich insbesondere Rollstuhlfahrende frei bewegen. Alle Zimmer, Aufenthaltsräume und Sanitäranlagen sind neu gestaltet. Im Keller gibt es nun ein Pflegebad mit Hebelift und in den ebenfalls barrierefreien Wohnküchen lassen sich beispielsweise die Arbeitsplatten in ihrer Höhe verstellen. Türen öffnen sich automatisch.
Das Dorf hat alles, was man braucht. Neben den Wohnhäusern gibt es eine Schule, eine Kirche, Landwirtschaft, Gärtnerei, Küche, Wäscherei sowie ein Therapiezentrum. Etwas 30 Kinder und Jugendliche besuchen die Sonderschule und in den dorfeigenen Betrieben und Werkstätten finden die Erwachsenen „geschützte“ Arbeitsplätze.
„Wir wollen Menschen mit Behinderungen unterstützen, und sie nicht durch die gebaute Umgebung zusätzlich behindert“, erklärt Sozialreferent und Landesrat Heinrich Schellhorn die Umbaumaßnahmen. „Unser Ziel ist, dass behinderte Menschen mehr und mehr und soweit als möglich am alltäglichen Leben der Gesellschaft teilnehmen können.“ Mit dem Konzept des Caritas-Dorfes St. Anton sei man auf dem Weg in die richtige Richtung.





