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Eine Gemeinde mit Visionen

Mit dem Projekt “Mattsee 2020″ rief die Gemeinde 2011 ihre Bürger auf, an der Zukunftsgestaltung des Ortes aktiv mitzuwirken. Jetzt stellten die Projektgruppen ihre Arbeiten und durchaus beeindruckenden Vision in Richtung Gemeinwohl–Gemeinde vor.

Mattsee 2020

Gute Ideen und Visionen für eine rundum gesunde Gemeinde.
Foto: Molih

 

MATTSEE / Austria. Mitdenken, mitreden und mitgestalten – diesem Aufruf folgen mittlerweile viele Mattseer Bürger und bringen sich in die unterschiedlichen Projektgruppen zur Gestaltung ihres Wohnortes in der Zukunft ein. Nach der Devise “Weg vom Ich und hin zum Wir” werden gemeinsam Ideen entwickelt, die das Leben für alle lebenswerter machen sollen. Gemeinwohl-Ökonomie und Gesundheit stehen ganz oben auf der Liste der gewünschten und umzusetzenden Ideen und Visionen.

Großes Interesse an der gemeinsamen Planung
Mehr als 100 interessierte Gäste waren der Einladung in die Aula der Polytechnischen Schule gefolgt,  gespannt auf die Vorstellungen und Status-Berichte zu den Themen Wirtschaft, Verkehr, Wohnen, Stromversorgung und Neue Medien. Aber auch zu ortsspezifischen Gegebenheiten wie die Nutzung des Schlosses, Natur-Konzepte für die drei Seen, den Naturpark Buchberg, das örtliche Vereinsleben und die Wiedereinführung eines regionalen Wochenmarktes waren Neuigkeiten angekündigt. “Fleißig und ehrenamtlich haben die Mitglieder der Projektgruppen viel Zeit und Arbeit in die Zukunft von Mattsee investiert und es sind spannende Projekte entstanden”, versprach Bgm. René Kuel zu Beginn der Veranstaltung.

See-Reunion und Wasserspaß
Um den Mattsee zu beleben und sowohl für Einheimische als auch für den Tourismus attraktiver zu machen stellten Arno Köster und Gerhard Schöchl neue Nutzungkonzepte für den See vor. “Wir wollen Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Sufer und Skiter sollen zurück an den See finden”, sagt Gerhard Schöchl. “Eine Vision unseres Projektes ist es, den Obertrumer und den Mattsee, dessen ursprünglicher Name Niedertrumersee war,  wieder miteinander zu verbinden. Der Verkehr müsste dabei durch eine Unterführung unter den See geleitet werden. So würde eines der größten zusammenhängenden Naturschutzgebiete der Region entstehen und die Möglichkeiten für Wassersportler könnten ausgeweitet werden.”

Auch touristische Attraktivitätssteigerungen in Form von mietbaren Hausbooten und Baumhäusern entlang des Ufers für Feriengäste sind angedacht. Für Entspannung und das Eintauchen in die Natur sollen zukünftig Chill-Out Zonen und ein Rundwanderweg um den See entstehen. “Wichtig ist uns uns zu betonen, dass wir kein Ballermann-5 an den Mattsee holen wollen, sondern für alle Generationen einen attraktiven Urlaubs- und Freizeitbereich im Einklang mit der Natur schaffen möchten”, betonte Schöchl.

Zurück zu den Wurzeln der Marktgemeinde
Am Freitag, den 3. Mai findet in Mattsee ein großes Marktfest statt. Das ist ein Erfolg, den sich die Projektgruppe “Wochenmarkt” auf die Fahne schreiben kann. “Das Marktfest ist der Startschuss für den Mattseer Wochenmarkt, der ab dem 3. Mai wieder wöchentlich, freitags von 14.00 bis 18.00 Uhr stattfinden wird”, verkündet Steffi Lindner. Als Marktgemeinde findet Mattsee somit zurück zu den Wurzeln und unterstützt auf diesem Weg den Verkauf regionaler Produkte. “In regelmässigen Abständen werden außerdem bestimmte Themenmärkte stattfinden, bei denen nichtprofessionelle Anbieter aus der Region Selbstgemachtes anbieten und alte Hausrezepte weitergeben können”, verrät Lindner. Lediglich die finale Standortfrage bedarf noch der Zustimmung der Gemeinde. Wunsch der Bürger ist es, den neuen sozialen Treffpunkt in der Weyerbucht stattfinden zu lassen.

Mit den Öffis in die Stadt
Ebenfalls Erfreuliches berichtete Gerhard Ingrisch zum Thema Mobilität. Neben einem Rundweg um den See und einer Sanierung der Radwege machten sich die Projektgruppe Mobilität vor allem auch für die Verbesserung der Buslinien in Richtung Salzburg stark. “Dass Busfahren ökonomischer und günstiger ist, weiß jeder”, so Ingrisch “aber die Strecke von Mattsee nach Salzburg nimmt zu viel Zeit in Anspruch. Fährt man mit dem Auto 30 Minuten zum Bahnhof braucht man mit dem Bus 55 Minuten. Deshalb steigen so wenige Pendler auf die Öffentlichen Verkehrsmittel um”, weiß der Projektgruppensprecher. Die Bemühungen der Mobilitäts-Visionäre scheinen zu fruchten. Bereits im Sommer rechnen die Mitglieder mit einer neuen Streckenführung, die die Mattseer vorerst im zwei Stunden-Takt direkt über Obertrum und ohne Umwege über den Salzburger Mirabellplatz auf direktem Weg ans Ziel Salzburg Hauptbahnhof bringen soll. Und das 35 Minuten.

Ein gelungenes Miteinander der Generationen, Förderung der Jugend und Tourismus im Einklang mit der Natur sind der Leitfaden von Mattsee 2020 und ein gutes Beispiel, wie Bürger und Politiker den Weg zur Gemeinwohl-Ökonomie gemeinsam und wirkungsvoll beschreiten können. “Ich bin ein Zukunftsvisionär”, gesteht auch Gemeinwohl-Ökonom Kurt Egger ein. “Beim Projekt Mattsee 2020 kann ich offen über die Zukunft, wie ich mir sie vorstelle nachdenken, ohne ständig auf “Ja aber-Argumente zu stoßen. Es sind so viele Ideen entstanden und ich bin überzeugt, dass ein Großteil davon auch umgesetzt wird.”

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