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Kokosbusserl, Tischtennis und eine Suz-Baglama

SALZBURG – ÖSTEREICH. The Makemakes und Jugendliche aus dem SOS-Kinderdorf Clearing-house in Aigen sorgten gemeinsam für Nachschub in der Weihnachtskeksdose.

Die Keks-Crew v.l.n.r. Mohamed, Florian Meindl , Awa, Neiven, Dominic  Muhrer, Jilan und Markus Christ. (Foto: Mike Vogl)

Die Keks-Crew v.l.n.r. Mohamed, Florian Meindl , Awa, Neiven, Dominic Muhrer, Jilan und Markus Christ. (Foto: Mike Vogl)

Die Mädchen und Jungen im SOS-Kinderdorf Clearing-house staunten nicht schlecht, als sie am vergangenen Montag berühmte Unterstützung beim Keksebacken bekamen. Mit guter Laune und ihrem neuen Weihnachtssong im Gepäck „Please Come Home For Christmas“ standen die drei sympathischen Jungs von The Makemakes plötzlich in der Küche. Bereit, in den letzten Tagen vor Weihnachten noch Keksvorrat zu produzieren.

„Ich bin nicht so gut im Keksbacken“, warnte Frontmann Dominic Muhrer die Jungen und Mädchen vor. Doch mit der Hilfe und guten Ratschlägen von Awa aus Somalia und Neiven aus Syrien wurden die Kokosbusserl nicht nur lecker, sondern konnten sich durchaus sehen lassen. Drummer Florian Meindl war begeistert von den alkoholfreien Rumkugeln, die er zusammen mit dem Syrer Mohammed in Konditorenqualität ablieferte. Bassist Markus Christ fachsimpelte unterdessen mit zwei anderen Clearing-house Bewohnern über Unterschiede bei westlichen und orientalischen Saiteninstrumenten. Die anfängliche Schüchternheit war schnell überwunden und schnell entwickelten sich angeregte Gespräche in deutsch-englisch-händisch.

Neugierde auf die jeweils andere Tradition
„Als Muslima hat Weihnachten für mich nicht die Bedeutung wie für Christen“, sagt Jilan aus Syrien. „Aber die Tradition, im Advent zusammen mit anderen Kekse zu backen mag ich sehr.“ Die Jugendlichen im Clearing-house haben im internen Deutschunterricht schon viel über Weihnachten, den Nikolaus und das Brauchtum im Advent gehört. „Sie sind sehr an unseren Traditionen interessiert. Wenngleich ein Kind, das in einer anderen Kultur aufgewachsen ist, natürlich einen anderen emotionalen Zugang zu unseren Festen hat,“ bestätigt auch Clearing-house Leiter Bernhard Spiegel. Offen und neugierig waren auch die Musiker. Und so kam die musikalische Einlage an diesem Abend diesmal nicht von den Rockstars, sondern von einem Jugendlichen, der spontan ein Lied auf seiner Suz-Baglama, einem traditionellen syrischen Saiteninstrument spielte.

Ein Lied für Kinder und Jugendliche
Der Weihnachtssong von The Makemakes stammt ursprünglich von James Brown. Er wurde schon von The Eagles und Bon Jovi gecovert. Mit ihrer Version von “Please Come Home For Christmas” will das Trio in einer Zeit, in der das Wort “Home” bzw. “Heimat” eine starke Bedeutung hat, ein Zeichen setzen. „Wir möchten Kindern und Jugendlichen helfen, die eine nicht so behütete Kindheit haben, wie wir es hatten“, so die Band. Dazu geht der gesamte Erlös aus dem Verkauf des Songs an die Licht-ins-Dunkel-Soforthilfe und soll dort für Kinder in Not verwendet werden. Zu kaufen gibt es den Charity-Song auf Amazon und iTunes. Das Video zu “Please Come Home For Christmas” wurde auf der Festung Hohensalzburg im Fürstenzimmer gedreht. Damit drücken auch The Makemakes ihre Heimatverbundenheit aus.

Mehr als nur drei Buchstaben
„Man spricht immer von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, auch kurz UMF genannt. Wie schlimm das Schicksal dieser jungen Menschen ist, kann man sich eigentlich nur vage vorstellen. Viele von ihnen haben die Flucht vor Krieg und Terror ganz allein auf sich genommen oder ihre Eltern auf dem gefährlichen Weg zu uns verloren. Wir wollten einfach die Menschen hinter den Schicksalen einmal näher kennenlernen“, erklärt Dodo Muhrer den spontanen Kücheneinsatz. „Die Einladung zum Keksbacken haben wir daher sehr gerne angenommen.“

Während die Köstlichkeiten im Ofen garten, vergnügten sich alle bei einer ausgelassenen Partie Tischtennis. Und spätestens beim Kosten der ersten noch warmen Kokosbusserl war man sich einig: Weihnachtskekse schmecken immer, egal welcher Religion man angehört

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