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Muttertagsgedanken

Wir alle haben sie – die Mutter. Den meisten Frauen wird das Glück zu Teil, selbst mal eine zu werden. Und ganz ehrlich, es gibt so viel mehr Tage im Jahr, an dem Töchter und Mütter und Mütter und Söhne sich miteinander verbunden fühlen als der zweite Sonntag im Mai. Aber passend zu diesem “offiziellen” Ehrentag erreichte uns EIN LIEBESBRIEF AN DIE MUTTER. Geschrieben von Feline, für ihre Mutter und ihre Kinder gleichermassen.

Foto: Dot.ti/photocase.de

Foto: Dot.ti/photocase.de

An einem Tag, an dem ich mich mit meiner Mutter sehr verbunden fühlte, griff ich zu Schreibzeug, Malstiften und einem großen Zeichenblatt. Ich begann so etwas wie einen zärtlichen Wunsch- und Liebesbrief an sie zu schreiben.

In diesem Brief habe ich alles aufgezählt, was ich ihr für ihr Leben wünschte.Ein Brief voller ‘liebevoller Empfehlungen’.

Da steht z.B.:„Lache und singe wieder öfter.“

„Räume deine angefüllten Räume aus und schaffe Raum – zum ATMEN, zum LICHT durchfluten, für NEUES, BEWEGLICHES“.

Beim Thema Garten erinnere ich sie unter anderem:„Setz dich bitte immer wieder mal hin und genieße Schönheit, Harmonie und Frieden im JETZT.“

Und Punkt vier betrifft ihre Kinder:„Mama, bitte, triff dich öfter mit deinen Kindern.

Lach mit ihnen und freu dich über sie und mach dir nicht so viele Sorgen. Sie finden sich in ihrem Leben gut zurecht.

Du darfst dich entspannt zurückziehen, dein Leben genießen und uns immer inniglich lieben.

Das fühlt sich viel feiner an, als wenn du dir Sorgen um mich machst oder für mich denkst und mir deine Lösungen aufzudrängen versuchst. Frage nach meiner Befindlichkeit, meinem Empfinden oder hör einfach nur zu; deinen ‘Senf’ bitte erst dazu geben, wenn ich dich darum bitte..“

Ich hatte schon bald das Gefühl, dass dieser Brief einiges mit mir zu tun hatte.

(Etliche Jahre intensiver THE WORK-Praxis zeichneten sichtbare/fühlbare Spuren.)

Seither sind fast fünf Jahre ins Land gezogen und ich bin vor ca einem halben Jahr umgezogen. Ich habe meine Räume, Kisten und Kästen gründlich ausgeräumt und bin von einer 90m2 Wohnung in eine helle, kleine 42m2 ‘Suite’ (sie ist wirklich sweet :-) ) übersiedelt.

Seit meinen 3 Wochen der Stille und des mich Zurückziehens im April weiß ich sonnenscheinklar, dass ich alle diese liebevollen Empfehlungen für mich geschrieben habe. Auch, oder vor allem Punkt vier, „….du darfst dich entspannt zurückziehen…..“

Aber darf ich das wirklich? Als Mutter von drei Kindern, die zwar alle schon länger als ein Viertel Jahrhundert hier auf diesem schönen Planeten unterwegs sind, ihre Erfahrungen sammeln, ihre Wege gehen. Und als begeisterte Großmutter von zwei Enkelsöhnen?

Darf ich wirklich das tun, dort sein, wo es mich hinzieht? Meinem Herzen folgen, wie schon bei der Wahl des neuen Wohnsitzes, um ganz gesund und heil zu werden in weitgehend unberührter Natur? Darf ich wirklich auf die meist leise Stimme in meinem Inneren hören, der sich mein Verstand oft mit ‘schweren Geschützen’ entgegenstellt? Darf ich wirklich einfach gut für mich sorgen? Und nicht zuerst für alle anderen?

Ohne ‘schlechtes Gewissen’, Schuldgefühle, ein fröhliches, vielleicht auch wieder abenteuerliches Leben führen ,während es geliebten Menschen vielleicht grad nicht so gut geht? Ich bin nicht für das Glück meiner Lieben verantwortlich, brauche es nicht jedem ‘leichter’ zu machen?

Das Innere Kind in mir lächelt mir glücklich zu – nach dem Motto: “Hat sie es jetzt endlich begriffen?” – fällt mir um den Hals und gemeinsam lachen und singen wir. Gehen raus, setzen uns unter eine große alte Linde die gerade ihr schönstes, zartgrünes Frühlingskleid angezogen hat. Sie steht nahe an einem quirrligen Bach und wir üben Schönheit, Harmonie und Frieden im JETZT zu genießen…..

Feline

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