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Am Nationalfeiertag trägt Mozart Schal

SALZBURG. Die Landeshauptstadt feierte den Nationalfeiertag mit einer kreativen Kunstaktion der Wollkünstlerinnen geWollt.at. Mit viel bunter Wolle und einigen Strickgraffitis in den Nationalfarben umgarnten die Kunstaktivistinnen Bauwerke und Denkmäler in der Salzburger Altstadt.

Kreatiave Wollkunst am Nationalfeiertag in Salzburg (Foto: Molih)

Kreatiave Wollkunst am Nationalfeiertag in Salzburg (Foto: Molih)

Denkmäler, Skulpturen und öffentliche Gebäude erwachten am 26. Oktober in diesem Jahr mit neuem Outfit und gut gerüstet für die bevorstehende kalte Jahreszeit. In einer Guerilla-Knitting Aktion bedachten Wollkünstlerinnen Mozart und Co. nicht nur mit wärmenden Mützen, Schals und Stulpen, sondern verschönerten mit ihrer Kunst auch unfreundliche Fenstergitter und eintönige Gebäudesäulen.

“Wir wollen mit unserer Kunst Fröhlichkeit und Kreativität in die Stadt bringen”, erklärt eine der Aktivistinnen die Aktion zum Nationalfeiertag. „Wir polarisieren und die Leute reden über das, was wir machen. Über unsere Kunst kommen die Leute sofort miteinander ins Gespräch. Unsere Strickgraffitis sind künstlerische Kommunikationsmittel und sollen die Menschen zu Achtsamkeit für unsere Stadt anregen.”

Neun Stationen
An insgesamt neun Plätzen sind die Werke zu finden. Die Säule vor dem Salzburger Heimatwerk trägt einen farbenfrohen Patchwork-Pullover, die Fenstergitter der Residenz zieren bunte Woll-Quadrate und Giacomo Manzùs Bronzestatue im Furtwänglerpark tanzt seit heute mit Rock und Blumenkette aus Wolle.  Eine der Masken am Salzburger Festspielhaus zeigt den Feiertags-Spaziergängern  fröhliche die Zunge. Mit wärmender Pudelmütze präsentieren sich der Almkanalauslaß auf dem Universitätsplatz und die beiden Tritone der Kapitelschwemme. Auch die Weisheitsallegorie der auf dem Domplatz gelegenen Mariensäule braucht ab sofort kalte Ohren ebenso wenig  zu fürchten wie der Petrus auf den Domstufen mit seiner neuen violetten Socke einen kalten Fuß.

Zur Feier des Tages trotzt Mozart auf seinem Sockel mit rot-weiß-rotem Schal den kalten Herbsttagen. Und wenn man ganz still ist, kann man den Geist des wohl berühmtesten Salzburgers herzlich über die gelungene Kunstaktion lachen hören. Stand ihm zu Lebzeiten doch auch stets der Sinn nach Fröhlichkeit und Spaß am Leben.

Kunst für den Moment
Wer die Wollkunstwerke bestaunen möchte, sollte sich beeilen. Denn wie lange die Installation zu sehen ist, weiß man nie. Urban-Knitting, wie das Bestricken des öffentlichen Raumes auch genannt wird, gleicht eher einem  Landart Projekt als einem Monumentalwerk. “Damit wir etwas Dauerhaftes schaffen können, wäre eine Indoorinstallation notwendig. Kahle Betonwände, die wir gerne verschönern möchten, gäbe es in Salzburger Gebäuden genug”, verraten die  Künstlerinnen.  Die Strickgebilde verschwinden   mal mehr mal weniger schnell. “Unser Erstlingswerk war 2011 ein Baum-Woll-Pullover für einen Baum am Residenzplatz”, erinnern sich die Frauen von geWollt. “Der hat es sogar von Oktober 2011 bis Juni 2012 geschafft.” Weniger langlebig hingegen war eine Aktion im April 2012, bei der fünf Bäume am Giselakai umstrickt wurden. Aber so ist das eben mit der Achtsamkeit. Die gibt es in Wirklichkeit nur im augenblicklichen Moment.

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