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Willkommen im Club der Bäume-Umarmer

 „Ich hab sie beneidet, wie sie da am Baum gelehnt sind. Sie haben aufgetankt, stimmt’s?“

Baum-(1-von-1)

Wer Bäume einzig und allein für große Pflanzen hält, die CO2 umwandeln und die Welt schöner ausschauen lassen, verpasst was. Wer sich aber traut, mit Ihnen in Körperkontakt zu treten, erlebt wahre Wunder. Traut Euch!!! (Foto: Redaktion)

Zu dieser Bemerkung kommt es im Verlauf eines Gespräches, das sich aus  einem freundlichen gegenseitigen Grüßen im Stadtpark ergibt.  Ja, ich war zuvor an einer der Kiefern – es steht hier eine ganze Familie – gelehnt, mit dem Rücken zum Stamm. Ich hatte um eine Begegnung gebeten und eine Einladung erhalten. Bald darauf fühlte ich wohlig diese stille Gegenwart hinter mir, die Belastendes abfließen ließ, mich erdete, still werden ließ. (Selbst das Denken geht hier  auf Pause. Welche Wohltat.) Ich genoss die Begegnung und verabschiedete mich mit einem Dankeschön.

Diese kleine Episode hatte die zierliche Frau von ihrer Parkbank aus beobachtet. Sie saß da mit ihrer kleinen, vierbeinigen Begleiterin. Sternchen, so der Name der treuen Freundin mit dem weiß bis honigfarbenen, gepflegten, langen Fell ist ein Schoßhund im wahrsten Sinn des Wortes. Sie liebt es bei ihren Spaziergängen  auf den verschiedensten Bänken Pausen einzulegen, wobei sie dann vorzugsweise im Schoße ihres Frauchens liegt. So auch an dem Tag, an dem ich mit den beiden zum ersten Mal ins Gespräch kam.

Dieses Gespräch kreiste immer wieder um die ‘hautnahe’ Begegnung mit Bäumen.

Im Winter, wenn sie mit Sternchen im Wald unterwegs ist, mache sie das auch. Wenn sie sich alleine und ungesehen weiß. Im Sommer sei das alles schwieriger. Da gehe sie wegen der Zecken, die sich so gerne in Sternchens Fell einnisten, nicht in den Wald. Und hier im Park traue sie sich nicht wegen der Leute….

Ihre Scheu ist mir sehr vertraut und ich erzähle ihr, dass ich auch ‘heimlich’ angefangen hatte mit Bäumen in Begegnung zu gehen, sie zu umarmen. Irgendwann bin ich mutiger, vielleicht auch einfach unbekümmerter geworden. Ja, das ist es, es kümmert mich nicht mehr so viel, was andere vielleicht über mich denken könnten, wenn sie mich vielleicht sehen könnten.

Ich kümmere mich mehr um mich selbst und das was mir guttut. Und da gehören die Begegnungen mit Bäumen eindeutig dazu! Und so feine Gespräche, wie das eben erwähnte, ebenso.

Und noch etwas, seit es mir gelingt  diese Stimmen im Hinterstübchen („das kannst du doch nicht machen! Das sieht doch blöd aus.“ „Du machst dich damit nur lächerlich! Man wird dich für verrückt erklären.“ etc., ettc.,) leiser und leiser zu stellen, ihnen keine Beachtung zu schenken, werden diese schönen Begegnungen auch im öffentlichen Raum häufiger. Und, Ehrenwort, es hat mich noch nie jemand blöd angeredet.  Entweder nimmt man mich gar nicht wahr, lässt mich in Ruh oder lächelt mir auch mal zu…. Oder, im Idealfall, ergibt sich daraus eine Begegnung wie die hier erzählte.

Ich persönlich träume von einer Welt in der wir Menschen und Bäume uns wieder völlig unbekümmert und nach Herzenslust umarmen, weil es gut tut, etwas in uns ins Fließen bringt.

Und ich weiß auch, dass wir täglich, ja stündlich mehr werden, die das wollen UND ES AUCH TUN! WILLkommen im Club!!!

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